Inhaltsgeschichte des Singspiels

Der Vorhang. Welch grauselige Erscheinung: ein Alp. So hässlich, wie der ist, kann es sich nur um ein Wesen handeln, dass Böses im Sinn hat. „Ich bin der Alp Pollutus“ prologisiert er. Und weiter, er hätte eine Freundin, die Zeit?? Mit der könne er sich verbünden. Außerdem scheint er die Menschen überhaupt nicht zu mögen und vor allem nicht die Tatsache, dass diese in Liebe einander zugeneigt sein können. Da schwant einem ja schon Übles!

Die Elbe. Sanft ziehen Nebelschwaden über die angrenzenden Wiesen. Der Fluss strömt langsam und majestätisch dahin. Es ist windstill, kein Hauch kräuselt die Oberfläche. Der Vollmond ist über dem Ostufer aufgegangen und spiegelt sich nun, leicht auf- und abwiegend, über dem Strom.

Nanu, wer betritt diese Szene, wer bricht ein in die alle Sinne sanft stimulierende Atmosphäre, fast möchte man sie ergreifen, die Naturwesen, sie müssen doch da sein, nein, hier sein, hier, ein Bacchanal der Sinne!
Ein junges Fräulein! Was für eine Erscheinung. Gipfel der Verzückung!
Sie scheint in Gedanken. Nein, sie nimmt ganz teil, sie schwebt auf den Wogen der Empfindsamkeit, sie ist eins mit der Natur! Urbia ist ihr Name, Urbia Leonis von Hahn.
Es gibt doch nur eine Möglichkeit, ein solch in Verzückung geratenes Innere nach außen zu tragen: ein Lied, eine Musik, eine Arie der Verzückung.
Und sie beginnt sie! Wie schön sie singt und wie wunderbar sie Alles, was sie umgibt, mit hineinwebt in ihre Musik!

Was ist das? Allmächtiger! Was sind das für Stimmen? Es klingt, als würde ein ganzer Chor sich innigst der Muse hingeben. Was entsteigt dort dem Fluss, was sind das für Wesen, deren Existenz sich unserem Verstand entgegenstellt?
Nymphen sind es! Welch eine Pracht, welch schimmernde Schönheit!
Zwei dieser Wesen scheinen ihr etwas sagen zu wollen. Psst, vielleicht können wir etwas verstehen! Sie sagen, der Grund ihrer Verzückung sei nicht nur die sie umgebene Schönheit der Natur, sondern noch etwas anderes:
Eine Sehnsucht, eine Liebessehnsucht, ja, ein Verlangen nach einem Geliebten, um sich dem Rausch der Minne, so muss es eigentlich heißen, wir befinden uns ja schließlich noch im Jahre des Herrn 1209, hinzugeben. Die braucht einen Mann!
Nun tauchen die beiden Obernymphen wieder ab. Fluvia und Albia sind ihre Namen. Hm, könnte zusammenhängen mit dem alten Namen der Elbe: fluvius albis und überhaupt, die Urbia könnte ebenso von Urbs Leonis, Löwenstadt abgeleitet sein.

Da, sie entsteigen wieder dem Fluß. Was halten sie denn da leuchtendes in ihren Händen? Eine lichtschimmernde Kugel in einer wunderschönen Seerosenblüte. Ein Bild des Glücklichen, der ohne ihr Wissen ihr Herz erobert hat, erscheint in der Kugel. Ein Vehikel zum Liebsten soll sie auch sein, dieses leuchtende Etwas.

Wie das? Ein Lied, nein, ihr Lied soll sie singen und sie würde direkt zu ihm reisen können. Na wenn das mal funktioniert. Jedenfalls haben die Nymphen ihr das so gesagt. Und da verschwinden sie auch schon wieder, die Töchter und Wesen des Flusses.  Allein steht sie nun da, scheint zu revidieren, wie der Nymphenzauber funktionieren soll.
Gott hilf! Was für ein Aufschrei der Verzückung! Sie hat ihn erblickt, in der Kugel, sein Antlitz, das Feuer, der Minne Feuer, es ist entfacht!
Scheint eher ein Großbrand zu sein, ihrer Erregung nach. Ach du meine Güte, was ist denn das für eine widerwärtige Gestalt, die sich dort plötzlich in dem alten Weidenbaum räkelt! Diese Kreatur kennen wir doch vom Prolog:
Der olle Alp.
Gerade erwacht, von dem Aufschrei, blickt dieser finster in Urbias Richtung. Uhh, das sieht aber nicht so aus, als würde er gute Gedanken hegen! Urbia hingegen hat den finsteren Gesellen noch nicht entdeckt und widmet sich gänzlich entschlossen ihrem Vorhaben, zu ihrem Liebsten zu reisen. Sie beginnt ihr Lied zu singen und tatsächlich, ein Nebel steigt empor, sie entschwindet, doch was um Himmels Willen tut der Alp, ist er denn in der Lage, die Zeit anzuhalten? Ach ja, er kann sich ja mit seiner Freundin der Zeit verbünden. Sie haben tatsächlich die Zeit angehalten!

Mit entstelltester Miene lästert er über die Menschen und deren Liebesgehabe. Was murmelt der böse Alp Pollutus, der Verschmutzer und Zerstörer des holden Liebesglückes: Einige Schwierigkeiten würden Urbia begegnen auf der Reise, oder gar Zeitreise!!! zum Geliebten!
Oh Graus, warum kann sie nicht einfach zu ihm gelangen und gut ist!
Oh Graus, er wirft etwas schreckliches in ihre Richtung:
ein Blitz, ein Fluchblitz!
Urbia wache, Gefahr ist im Verzug!
Zu spät, sie ist verschwunden.
Und der Alp, der legt sich einfach wieder in seinen Weidenbaum und pennt weiter.

Nanu, erst tiefstes Spätmittelalter und nun ein modernes Büro. Ein von offensichtlich von Liebeskummer geplagter und fürchterlich gestresster Schlossumbauingenieur:
Der scheint ein ganz großer Fan von Fritz von dem Berge zu sein, wie er da so vor dessen Konterfei steht und ihm seinen Liebeskummer mitteilt. Heinrich Piefke ist sein Name und verliebt ist er in die forsche Jaqueline Meyer, Sekretärin des Bauingenieurs Heinrich Piefke, beide verantwortlich für den Umbau des Elbschlosses Bleckede, anno Domini 2004, die jetzt auch die Szene betritt und offensichtlich gerne anstrengende Musik hört.
Und dann hat sie die Kopfhörer noch so laut aufgedreht, dass ihr Kollege nicht einmal ungestört telefonieren kann, dabei klingelt das Telefon so häufig, dass er gar nicht dazu kommt, ihr mitzuteilen, die Musik sei für ihn zum Telefonieren zu laut. Er schafft es schließlich doch noch, der Herr Heinrich Piefke. Mr. Obergenervt! Na ja, immerhin hat er die Verantwortung für den Schlossumbau und wenn die Handwerker im Renaissancesaal den 400 Jahre alten Putz runterhauen, wer sollte sich da nicht aufregen. Und nun muss gerade jetzt, nachdem so etwas passiert ist, auch noch die Frau von Puttfarken-Brandenstein vom Denkmalschutz anrufen! Kein Wunder, dass der Mann kurz vor einem Nervenzusammenbruch steht.
Nun schon wieder der Alp, der möchte wohl jedes, sich gerade im Prozess einer zarten Annäherung befindendes Pärchen, das offensichtlich massive Probleme hat, sich dieses einzugestehen, daran hindern, sich in Liebe zu vereinen.
Was ist denn das nun wieder:
Gerade, als die Meyer sich dem Piefke nämlich tröstend nähern möchte, wabert Nebel aus seinem Bildschirm.
Nebel? Aus dem Bildschirm?
Das Gesicht, dessen Konturen sich auf Piefkes Bildschirm abzeichnen, kenne ich doch. Es ist das Konterfei Urbias und Piefke fährt da voll drauf ab! Der marschiert ja geradewegs auf den Bildschirm zu und faselt was von „bist du schön!“. Schwupp, weg ist er! Einfach hinfort! Ihr hinterher, in den Bildschirm hinein.
Und Frau Meyer? Die ist stinksauer und scheint überhaupt nicht erbaut darüber, dass der Piefke einer anderen Dame hinterher steigt.
Was singt sie dort erbost und aufgewühlt vor sich hin?
Sie hätte schon so lange um ihn gekämpft. Die Meyer ist doch ganz schön verknallt in den Piefke. So ein Supergirli in einen derart neurotischen Spießer.Nun, wo die Liebe hinfällt!
Schreck laß nach, was nimmt  sie dort von der Wand:
Ein Schwert, ein Wandzierde! Mordgedanken sind im Spiel, und schon springt sie hinterher, hinein in den Bildschirm.

Ich ahne, was der buckelige Alp angerichtet hat: Sein böser Zauber lässt unsere hübsche Adelige nicht direkt zu ihrem Liebsten reisen und ebenso werden Meyer und Piefke eine Konfliktlösungsstrategie nötig haben, denn, da kann man fürchten, dass das eher nach einer ihnen bevorstehenden Odyssee aussieht.
Die Armen!

Hier ist aber eine finstere Stimmung!
Nun, so war das, wenn sich die Fürsten im Zuge der Erbfolge in Haare bekommen haben: Ein Machtvakuum entsteht und Anarchie beginnt ihren Triumphzug: Alles auf Kosten der Bevölkerung. Vagabundierende Banden, plünderndes Raubrittertum und allerlei Abschaum haben in einer solchen Zeit Hochkonjunktur. Hier sind es die Welfensprösslinge, die sich nicht einigen konnten, anno domini 1380. Ach, was muss das junge Bleckede unter einer machtgierigen Personalpolitik leiden!
Eine Gruppe von drei doch sehr unterschiedlich gekleideten Menschen betritt die Szene. Es sind Urbia, die völlig entsetzt zu sein scheint, Piefke, welcher offensichtlich nur noch testosterongesteuert zu sein scheint und sich anzüglich der Urbia nähert, und die Meyer, in der Hand das Schwert, stinksauer auf Piefke.
Die Raubritter konnten den Hals, beziehungsweise die Hände wohl nicht voll genug bekommen. Gefahr! Der Raubritter rennt direkt auf Piefke zu und will ihn durchbohren. Jaqueline Meyer nimmt sich das Schwert vor ihr und haut, kurz bevor die Spitze der Waffe in den Torso Piefkes eindringt, von oben herab dem Rittergelump sein Schwert aus der Hand. Der taumelt, schlägt hin und versucht sich aufzurichten. Was für ein Glück, dass so eine Ritterrüstung kein Jogging-Anzug ist. So leicht wird der nicht wieder auf die Beine kommen. Das nutzen unsere drei, vielmehr nur auf gestrengen und geistesgegenwärtigen Befehl Frau Meyers hin, abzuhauen.
„Zum Fluss!“ hat sie noch gesagt. Und dort steht er schon wieder, der Ritter.

Szenenwechsel:
Der Fluss. Ein Fischer mit seinem Nachen fischend auf der Elbe. Singend beschwert er sich über die politischen Verhältnisse. Recht hast du, Fischer:
das Volk hat zu leiden unter eurer Zwietracht, ihr Fürsten. Hunger und Elend sind die Folgen von eurem Machthunger. Allein der Fluss ist die Rettung. Er spendet Nahrung. Er ist Garant des Überlebens in einer solchen Zeit und auch in allen anderen Zeiten. Und wie voll sein Netz ist!
Er hört Hilfeschreie und erblickt unsere drei Fliehenden und ihren Verfolger. Sofort lenkt er seinen Nachen gen Westufer. Sie erreichen den Kahn, springen auf. Ein Schwerthieb Jaquelines streift den Helm des Ritters, er taumelt erneut und fällt in die Elbe. Sie haben es geschafft! Der Fischer hat sie gerettet.
Frustration beherrscht die Szene. Keiner versteht, was sich zugetragen hat. Sie erblicken das Schloss, an dem die Elbe zu der Zeit noch direkt vorbeifloß. Urbia erleidet furchtbare Qualen. Am Ostufer angekommen, ergeht sie sich in einem Klagegesang, der das bisher geschehene erzählt. Nymphen, ja Nymphen habe er auch schon einmal gehört oder gesehen gar? Glückselig verlässt der Fischer die Szene:
Es gibt sie doch, die Wesen und Töchter des Flusses und der Wiesen und Wälder um diesen herum!
Die drei anderen singen gemeinsam Urbias Lied, in der Hoffnung, jeder möge an den richtigen Ort, zur richtigen Zeit gelangen.

Was haben wir denn da für ein Hallodrio. Könnte man wohl eher Halalio nennen:
Der klassische Waidmann, der sich nun auch noch persönlich vorstellt:
Eidig, Hans Eidig ist sein Name, Wildschütz und Volksheld, wie er betont hinzufügt. In der Tat, der Mann war ein Volksheld, ein Robin Hood der Elbmarsch und der Geest, wurde doch das Wild nur zum Zeitvertreib der oberen Herschafften gejagt. Eidig hat´s nicht gekümmert, er schoß und gab´s den Wirten billig ab, oder beschenkte die Armen. Das alles war doch aber in den 1820iger Jahren. Wo hat es unsere drei in der Zeit Verirrten denn nun hinverschlagen?
Donnerwetter, fährt der Eidig auf, um der Meyer zu imponieren:
Ballert auf einmal rum mit seiner Flinte! Das bringt unser armes Fräulein aus dem Mittelalter natürlich vollends aus dem Konzept: eine solche Lautstärke! Da war das Schießpulver ja noch gar nicht erfunden.
Nun spielt sich der Piefke auch noch auf, hat wohl begriffen, dass Jaqueline ihr Herz an ihn verloren hat und nun passt ihm das überhaupt, dass die Meyer doch ein bisschen geschmeichelt zu sein scheint von Eidigs Poserei. Rumms! Bekommt auch prompt eine von demselben eingefangen.
Es ertönt nun Musik, finsterster Gestus!! Die bringt unsere sensibles Fräulein aus dem Mittelalter völlig in visionäre Extase. Und promt zieht eine Hinrichtungsgesellschaft über die Bühne. Aha, es kann sich nur um den 13. Mai des Jahres 1834 handeln. Piefke, als Kenner der historischen Ereignisse weiß das natürlich:
An diesem Tag fand doch die letzte Hinrichtung auf dem Richtplatz zu Bleckede statt. Dies ist der Hinrichtungszug, angeführt vom letzten Scharfrichter Andreas Kücken, übrigens Vater des berühmten Komponisten Friedrich Kücken, der den Schütte und die Fehlhabersche zum Schafott führt. Die beiden haben seine Ehefrau vergiftet, weil er ein Verhältnis mit ihr, seiner damaligen Hauswirtschafterin, eingegangen ist. Dann wollten sie dieses Verbrechen ihrer Mutter in die Schuhe schieben. Ermittler hatten sich jedoch geistesgegenwärtig in demselben Zimmer versteckt, als die Fehlhabersche ihre Mutter überreden wollte, ein unberechtigtes Schuldeingeständnis auf sich zu nehmen. Tja, da kann man nur Eidig zitieren:
Ungeschick lässt grüßen!
Dieser finstere Zug bewirkt jedenfalls irgendwie, dass sich die Meyer und Piefke endlich ihre Liebe eingestehen, während Urbia Eidig in die denkwürdigen Geschehnisse einweiht. Der freut sich, denn dadurch, dass der Zeitstrudel ihn mit eingesogen hat, ist er auf sichere Art und Weise der Zelle im Schloßturm entkommen. Der Zeitstrom hat ihn, genau gesagt, sogar während des Sprunges hinfortgerissen.
Schließlich singen alle das Lied Urbia´s, durch dessen Zauber sie hoffen, endlich zu ihren entsprechenden Zeiten zurückkehren zu können, denn unsere liebe und bezaubernde Adelige ist ob der ganzen tragischen Begebenheiten, die sich um die Liebe ranken und ihr in letzter Zeit begegnet sind, doch äußerst betrübt. Obgleich ihr die von Liebesgesäusel und Aufbruchstimmung schwangere Frühlingsluft des Wonnemonates Mai Kraft und Mut zu geben scheint. Naja, wollen wir hoffen, dass sie es nun endlich schafft, ihren Liebsten in die Arme zu schließen.

Nun könnte doch ein wenig Hoffnung aufkeimen. Dazu müsste man die Machenschaften des Alp und seiner Verbündeten, der Zeit zunichte machen.
Wer aber hat eine solche macht, dies bewirken zu können?
Die Nymphen. Diejenigen Wesen, vor denen der Alp äußersten Respekt hat. Deren Magie er nicht gewachsen ist.
So sieht er sich denn nun auch der Gemeinschaft der Nymphen gegenüber, die ihn unsanft aus dem Schlafe gerissen haben. Seine Strafe müsse er bekommen, da er Schuld trüge für so viel Leid, welches die Menschen erfahren mussten.
Recht haben sie, die Nymphen! Hätte er nicht seinen bösen Zauber gegen unsere liebe Urbia geschmettert und wäre er nicht so furchtbar intrigant allen Liebe suchenden gegenüber gewesen, so wäre Urbia geradewegs und ohne Umschweife zu ihrem geliebten Fritze gelangt und die Meyer und der Heinrich hätten womöglich auch schon längst mit Chips und Bier auf dem Sofa „Zurück in die Zukunft“ von Michael J. Fox schauen können.
Huh, welch ein beschwörendes Lied, was die Nymphen nun dort anstimmen. In die unendlichen Weiten des Meeres soll er vertrieben werden, vom bitteren Salz schmecken soll er. Und tatsächlich:
Der Zauber des Liedes bewirkt, dass der Alp in den Fluss getrieben wird, ein Stück seines Weidenbaumes dient ihm als Floß. Hinfort ist er. Ruhe und Frieden kehren ein in die Szenerie. Die Nymphen ziehen sich singend in die Elbe zurück. Es ist, als wäre nichts geschehen:
Die Elbe. Sanft ziehen Nebelschwaden über die angrenzenden Wiesen. Der Fluss strömt langsam und majestätisch dahin. Es ist windstill, kein Hauch kräuselt die Oberfläche. Der Vollmond ist über dem Ostufer aufgegangen und spiegelt sich nun, leicht auf- und abwiegend, über dem Strom.

Ein Amtmann, nein. Der Amtmann schlechthin, ein Lehnsherr des Fürsten, Piefkes großes Vorbild. Fritz ist´s. Der Fritz von dem Berge, mit richtigem Titel: Fritz von dem Berge auf Gaartz, Lindhorst und Gümse, Braunschweigisch-Lüneburgischer Rat- und Hauptmann zu Bleckede, seines Zeichens geschäftiger Verwalter, Deichbauer, Landgewinner, Elbbettumleger und Slavenschreck von Bleckede steht dort in seinem Arbeitszimmer und brütet über einen Traum, der er ihm vor kurzem träumte (um mal ein bischen ins Barockdeutsch zu verfallen):
Eine wunderschöne Dame sei ihm in demselben erschienen, fassen wollte er sie, aber, schwupp, hinfort war sie. Dann habe er sich auf einmal auf dem Grunde der Elbe befunden wo eine Nymphe mit ihm gesprochen habe. Er sei schließlich erwacht und denkt sich nun:
Alles war nur ein Traum.
Na warte mal ab, Fritze, du wirst noch staunen!
Denn was meldet der Burgdiener nun Erstaunliches:
Gar merkwürdig gekleidete Personen seien im Schlosshof aus einem Nebel erschienen, zwei Frauen und zwei Männer.
Eine dunkle Vorahnung befällt ihn. Sie, genau sie aus seinem Traum, das Wesen, dessen Herz zu erobern er sich auf das sehnlichste wünscht, ist nun hier, hier in seiner Burg. Er wird ihr gleich begegnen.
So werden die drei auch von seinen Burgsoldaten zu ihm geführt.
Sie erkennen sich. Sie lieben sich. Ein Lied, eine Arie der Seligkeit folgt, in der sie sich gegenseitig ihre Zuneigung, ihre Liebe gestehen und sich schließlich vereinigend in die Arme fallen, sehr zur Irritation des Burgdieners und der Soldaten, übrigens den historischen Vorgängern unserer heutigen Schützen. Heinrich Piefke und Jaqueline Meyer stimmen gleich mit ein in den Minnegesang. Und nicht nur die:
auch diejenigen Wesen, die diese Glückseligkeit der Menschen durch das Auflösen der magischen Machenschaften des bösen Alp und seiner Freundin, der Zeit, erlöst haben, singen mit.
Alle sind glücklich, ein Bachanal der Liebe, ein glückseliges Zusammentreffen nach einer Zeit der Qualen und der Verirrung und Zeitverwirrungen.
Es folgen anrührige Verabschiedungsszenen, Pärchen Piefke/Meyer entschwinden mit Eidig im Nebel, um wieder in ihre jeweiligen Zeiten zurückreisen können, was jetzt auch nahtlos funktioniert und Urbia, ja, Urbia wird die Gattin des Fritz von dem Berge, mit dem sie bis zu beider Lebensende glücklich zusammenlebt.

Schriftzug: Elbe-Musical, Modernes Singspiel von Florian Fiechtner

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